Muss denn Achtsamkeit denn jetzt noch ins Marketing rein?

Ich glaube UNBEDINGT!

Ich bin aber auch der Meinung, dass Achtsamkeit noch an andere Orte, in andere Bereiche und in andere Ecken hingehört: in die Schulen und in die Familien, in die Fitnessstudios und Gartenvereine, an die Supermarktkasse und an die Stammtische der CEOs.

Ja, ich glaube, dass eine allgegenwärtige Achtsamkeit sehr vieles anders und besser machen würde.

Bevor du aber vor deinem inneren Auge Räucherstäbchen, Klangschalen und Menschen im Schneidersitz siehst – lasse mich bitte erst einmal erklären, was ich mit dem Wort Achtsamkeit meine.

Es ist also an sich GAR NICHT gebunden an irgendwelche Techniken wie Meditation, Yoga & Co. Auch wenn diese mir persönlich tatsächlich dabei geholfen haben, achtsam zu sein.

ABER ich glaube auch daran, dass es Menschen gibt, die einfach so achtsam sind. 

Sorgsam und vorsichtig mit sich selbst und mit ihrer Umwelt umgehen. 

Und das ohne, dass sie meditieren, journalen und Mantras singen. Ja, vielleicht sind sie manchmal auch achstamER als die, die es tun.

Ich selbst war eine lange Zeit in meinem Leben gar nicht achtsam. Achtsamkeitstechniken haben in meinen Leben die absolut entscheidende Rolle dabei gespielt, dass ich mich wieder mit mir selbst verbinden konnte. Auf dieser Grundlage konnte ich meine Entscheidungen bewusst treffen, ich wurde mutiger und konnte immer mehr Margot in mein Leben integrieren.

Ich habe nach dem Strohhalm Achtsamkeit gegriffen, als ich auf dem Weg zum Burnout war. Gott sei Dank ist Achtsamkeit so ein Hype geworden, dass ich in irgendeiner schnöden Frauenzeitschrift von der App Headspace hörte. Sie versprach, Stress zu reduzieren. Deswegen habe ich gestartet. Ja, in meinem Fall war es ein bisschen spät. Es wäre besser gewesen, wenn ich es schon in meiner Studienzeit praktiziert hätte. Dann hätte ich meine innere Stimme nicht immer abgetan, sondern sie eventuell wichtig genommen.

Hätte ich die Achtsamkeit früher entdeckt, hätte ich vielleicht niemals in einem Konzern gearbeitet.

Vielleicht wäre ich niemals im Marketing gelandet.

Aber dann wäre ich heute auch nicht hier, voller Dankbarkeit in meinem Homeoffice, in dem ich gemütlich an meinem Schreibtisch sitze und diesen Blogartikel schreibe.

Für mich ist Achtsamkeit der ehrliche Versuch, gut zu mir und zu anderen sein. Das kann auf einer Yogamatte oder mit einer Klangschale beginnen. Muss es aber nicht.

Für mich persönlich ist es die Yogamatte. Für mich persönlich ist es mein sonnengelbes Journal, in dem ich oft meine Gedanken festhalte. Für mich ist es momentan auch wieder eine App, mit der ich meditiere (obwohl ich über 4 Jahre lang nicht meditiert habe.)

Die Yogamatte, das Journal und die App sind nur der Start.

Nur der Anfang.

Nur der Ort, wo ich einen Samen pflanze, damit er in meinem Leben und in meinem Umfeld Früchte tragen kann. In meiner Familie, im Supermarkt um die Ecke oder auf dem Weg zur Schule, um meine Jungs abzuholen. Oder auch in meinen Newslettern, auf meinem Blog oder in meiner Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen.

Und da bin ich natürlich niemals perfekt.

Aber definitiv achtsamer.

Was ist für mich NICHT achtsam, obwohl achtsam draufsteht

Auch ich habe viele Fälle gesehen, bei denen „achtsam“ draufstand und nichts Achtsames drin war. Klar ist Mindfulness gerade ein großer Hype und manche springen darauf, ohne sich die Mühe zu geben, achtsam zu sein.

Ich war auch schon mal in Yoga-Klassen, in denen eine durchgestylte Yoga-Lehrerin so sehr mit dem eigenen Spiegelbild beschäftigt war, dass sie ihre Schüler:innen im Raum keines Blickes würdigte.

Ich habe schon mal einen großen Mindfulness Guru auf der Bühne gesehen, der die Zuschauer:innen dazu ermutigt hat, sehr persönliche und verletzliche Geschichten in einem Saal voller Menschen zu teilen. Also, ich fand das nicht so achtsam.

Ich will niemandem unterstellen, er würde den Label “mindful” missbrauchen. Aber für mich fühlen sich manche vermeintlich achtsame Sachen nicht so achtsam an.

Denn auch in der Achtsamkeitswelt gibt es Etikettenschwindel.

So wie es Greenwashing gibt.

Und Pinkwashing.

Das ist blöd und manchmal ärgert es mich auch richtig, so etwas zu sehen. Dennoch ist es für mich persönlich kein Grund, deswegen auszusteigen.

Vielmehr ist es für mich ein großer Ansporn, das mit dem „mindful”, so mindful wie möglich zu machen.

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Was ist achtsames Marketing (für mich) und wie kannst du es für dich integrieren?

 

Achtsames Marketing ist für mich ein Marketing, das wir als Selbstständige BEWUSST gestalten.

Bei dem wir nicht im Autopiloten Sachen tun, weil wir allen Geschichten à la „So musst du das machen.” glauben.

Beim achtsamen Marketing sollten wir aber auch Geschichten hinterfragen, die wir uns selbst erzählen.

Geschichten darüber, dass wir nicht gut genug sind.

Dass wir nicht schreiben können.

Dass wir niemals erfolgreich werden können.

Für mich ist es ein Marketing, bei dem wir behutsam und bewusst mit den anderen (z. B. mit unseren potenziellen Kund:innen und Kolleg:innen) und mit uns selbst sind.

Zum einen erkennen wir an, wer wir sind, was uns ausmacht und welche Bedingungen wir haben. Wir latschen nicht über unsere Grenzen und versuchen auch nicht, jemand anders zu sein.

Aus diesem starken Fundament heraus gehen wir mit einer guten Intention in die Welt, bieten unseren Kund:innen unsere Dienstleistungen oder Produkte an, begegnen ihnen auf Augenhöhe und lassen allen anderen immer die Wahl, ob eine Zusammenarbeit gerade passt oder nicht. Wir kooperieren mit anderen und unterstützen einander, weil wir daran glauben, dass es genug für uns alle gibt.

Konkret sind mir folgende Aspekte beim achtsamen Marketing wichtig:

Verlasse deine Komfortzone – zu DIR hin

Wenn ich achtsam bin und mit mir selbst ehrlich sein kann, weiß ich, dass ich unterscheiden kann zwischen „Ich will das nicht machen.” oder „Ich will es eigentlich machen. Aber ich habe ganz schön viel Angst.”

Das ist ja der berühmte Move aus der Komfortzone ZU MIR hin, über den ich das erste Mal im Buch von Gretchen Rubin „Das Happiness Projekt“ gehört habe.

Das ehrliche Hinterfragen meiner Widerstände verbunden mit einer wertschätzenden und wohlwollenden Anerkennung dessen, dass es nicht einfach ist, mutig zu sein, hat mir sehr dabei geholfen, in meinem Tempo und in meinem Ausmaß in meine Art von Sichtbarkeit hineinzuwachsen.

Wenn du gerne schreibst, und darin besser werden möchtest, musst du dich nicht auf die Bühnen peitschen, um interviewt zu werden. In dir dreht sich alles um, wenn du an Insta denkst? Es gibt auch einen Weg ohne Social Media. Meiner Erfahrung macht es so viel mehr Sinn, wenn wir mutiger werden bei den Dingen, die wir tatsächlich machen wollen. Auch, wenn wir Angst davor haben.

Erkenne an, welche Möglichkeiten du hast, aber auch welche Einschränkungen

Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich willst“, kann ich nicht mehr hören. Und das ist auch etwas, was ich niemals meinen Kund:innen erzählen würde. Weil: das stimmt einfach nicht.

Vielmehr bin ich ein Fan dieses Mantras:

Du kannst zwar nicht alles werden, was du willst.
Aber alles, was du bist.

Ich bin davon überzeugt, dass der einzigartige Mix aus den Eigenschäften, Stärken und Werten, mit dem wir auf die Welt kamen, einen Sinn macht. Und zu einem großen Geschenk für uns, aber auch für andere werden kann, wenn wir dieses anerkennen. Wertschätzen. Einsetzen. Und feiern.

Ich habe jahrelang davon geträumt, tougher, selbstbewusster und lauter zu sein.

Dabei fühlte ich mich immer zu sensibel, zu leise, zu empfindlich.

Erst als ich meine Hochsensibilität und Feinfühligkeit anerkannt habe und mein Leben drumherum aufgebaut habe, bin ich die mutigste und authentischste Version meines Selbst, die es tatsächlich jemals gab.

Das Gleiche betrifft die äußeren Einschränkungen in unserem Leben: der Vollzeitjob, der gerade nun mal den Kühlschrank füllt und die Miete zahlt. Unsere Kleinen, die manchmal abwechselnd krank werden oder die pflegebedürftigen Angehörigen, für die wir da sein wollen. Und manchmal auch müssen. Oder schlicht einfach unsere Hochsensibilität, unsere Neurodivergenz, die unsere Batterie schneller leer werden lassen.

Es ist für mich achtsam, all die Bedingungen ganz klar zu sehen, um dann zu schauen, was in welcher Geschwindigkeit getan werden kann.

Wie kannst du deine Ziele realistisch abstecken?
Wie kannst du Räume finden, um an deiner Selbstständigkeit zu arbeiten?
Wie schnell muss es sein?
Musst du es alleine machen?

Behandle deine Kund:innen, wie du selbst behandelt werden möchtest

Ich habe neulich eine Unternehmer:in darüber sprechen gehört, welche ausgefuchsten Funnel sie hat und wie sie darin neuen Newsletter-Abonnent:innen suggeriert, dass bestimmte Angebote nur bis zu einem bestimmten Datum gelten, obwohl dieses Datum seit Jahren angepasst wird. Es wird also so manipuliert, dass die neue Abonnent:in das Gefühl bekommt, sie müsse jetzt zuschlagen, sonst verschwindet das megatolle Angebot. Für immer.

Will ich in so einen Funnel reingeraten, in dem ich belogen werde?

Nein.

Deswegen würde ich eine solche Methode niemals einsetzen. Auch, wenn sie funktioniert.

Wenn wir bei einer Marketingmethode das Gefühl haben, sie wäre manipulativ, dürfen wir es hinterfragen.

Wir dürfen aber auch dabei bleiben, dass sie sich FÜR UNS nicht gut anfühlt.

Wir dürfen Alternativen wählen, bei denen wir nicht das Gefühl haben, sie würden komplett gegen unsere Werte verstoßen.

Wir dürfen uns für ehrliche und aufrichtige Wege entscheiden.

Auch wenn wir mal Umsatz auf dem Tisch liegen lassen.

Ich bin davon zutiefst überzeugt, dass wir so nachhaltig erfolgreich sein können.

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Fazit

Ich wünsche dir, dass dein Marketing voller Achtsamkeit ist. Voller Achtsamkeit für dich selbst, für deine Entfaltung und für deine Gesundheit. Und voller Achtsamkeit für deine Kund:innen, denen du immer mit einer guten Intention begegnen kannst.

Hier noch einmal zusammengefasst die Schritte, die dir helfen können, achtsam(er) in deinem Marketing zu sein, sind:

 

  • Verlasse deine Komfortzone ZU DIR hin. Sei mutig bei Entscheidungen, die dir wichtig sind, die deinen Werten entsprechen und deinen Träumen dienen.
  • Nehme deine Lebensrealität an. So könntest du damit aufhören, so zu tun, als ob wir alle 24 Stunden zur Verfügung hätten. Wenn wir anerkennen, dass dass uns (in manchen Abschnitten unseres Lebens) weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, können wir uns bemühen, unser Marketing und unsere Selbstständigkeit so aufzubauen, dass wir nachhaltig und ganzheitlich von ihnen profitieren.
  • Behandle deine Kundinnen, wie du selbst behandelt werden möchtest. Missachte nicht deine Intuition, die dir manchmal zuflüstert, dass es sich nicht gut anfühlt. Dass du SO nicht selbstständig sein wolltest. Vertrauen darauf, dass dein Bauchgefühl dich nicht trügt und sei mutig, um Marketingwege zu finden, die zu dir passen. Und niemanden manipulieren.